"Karadeniz" Press Reviews

Süßlich duftender Apfeltee breitet sich aus, wallende Gewänder taumeln herum, die Luft füllt sich mit lebendiger Ausgelassenheit - das Transorient Orchestra holt einen Hauch Orient nach Deutschland. Unter der Leitung von Jazzgitarrist Andreas Heuser formierte sich vor drei Jahren eine Horde ausgelassener Musiker, die den Orient seither schon in Deutschland beginnen lassen will: Die Musiker mit iranischen, türkischen, polnischen und tunesischen Wurzeln betören durch unverschämt viel Perkussion, einiges an Saxophon, und ganz vielen lnstrumenten mit Namen wie Ney (rohrförmige Flöte), Zurna (Kegeloboen) und Darbuka (orientalische Trommel); dazu Gesang und Flöte; Vielfältig und ausdrucksstark, mitreißend und aufwühlend werden überlieferte Stücke und Eigenkompositionen interpretiert.
Uta Leidenberger
Jazz Zeitung - September 2006
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Hier haben sich sechzehn Musiker aus dem Ruhrgebiet zu einer multinationalen Bigband zusammengetan und verbinden darin stilistische Einflüsse aus Deutschland, Iran, Tunesien, Türkei und Indien zu einer faszinierend weltoffenen Musikmischung: Da sind Zutaten aus dem Jazz und Funk, Latin und reichlich toile Bläsersätze genauso wie natürlich orientalisch-folkloristische Rhythmik und Melodieführung für den geheimnisvollen Geschmack verantwortlich. Vier von sechs Stücken auf der Debütplatte der Truppe basieren auf Jahrhunderte alten Stücken, die Bandleader (zusammen mit Kazim Calisgan) Andreas Heuser (g) arrangiert hat. In der Percussionabteilung kommen neben dem Drumset (Benny Mokross, Volker Sipplie) die Tablas von Frank Westerath und die Darabuka von Fethi Ak zum Einsatz. Eine hörenswerte und zweifellos nicht alltägliche Platte, die erfreulich an den gängigen Klischees vorbei geht. Anspieltipp: »Aysem«.
Drums & Percussion September 2006
Andreas Heuser ist einer unserer wichtigsten "deutschen" Weltmusiker, so seltsam diese Formulierung auch klingen mag. Wie kaum ein anderer hat er sich die musikalische Begegnung mit dem Orient zur Herzenssache gemacht. Gleich zwei CDs legt der Dortmunder jetzt vor.
... Das 16-köpfige Transorient Orchestra macht eindrucksvoll klar, dass man eine Reise in den Orient im Ruhrpott beginnen kann. Musiker, die ihre musikalischen Wurzeln in der Türkei, im Iran, in Tunesien, in Indien und natürlich auch in Deutschland haben, bilden eine Bigband der Extraklasse. Kraftvolle, tanzbare, mühelos grenzüberschreitende Musik. Packende solistische Arbeit, hinreißende Stimmen und die großartigen Kompositionen und Arrangements traditioneller Themen von Andreas Heuser machen dieses Album zu einem bedingungslosen "must have".
Rolf Beydemii/ler
Folker! Mai/Juni 2006
Interkulturell besetzt ist auch das Transorient Orchestra, das Musiker aus Deutschland, Türkei, Iran, Tunesien und Indien unter einen Hut gebracht hat und vom renommierten Gitarristen Andreas Heuser und dem Sänger Kazim Calisgan geleitet wird. Entsprechend tendiert die Musik auf Karadeniz zwischen diesen geographischen Eckpunkten. Die Band swingt trotz vieler traditioneller Kompositionen zwischen Jazz und Tradition, Orient und Okzident. Auch der Einsatz von bis zu vier Saxofonen gibt der Musik eine Lebendigkeit, die oftmals denjenigen Bands fehlt, die als reine Jazzer ethnische Grundlagen zu akademisch angehen oder auch als Traditionalisten manchmal zu abgedroschen wirken. Das Transorient Orchestra macht etwas aus dem Basiasmaterial, spielt mal wild, mal sphärisch und hat dabei genau die richtige Mischung, um bekannten Spielweisen wieder etwas Neues abzugewinnen.
Jazzthetik September 2006